Parkinson

Morbus Parkinson

Benannt nch dem britischen Arzt James Parkinson ist Morbus Pakinson eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Allein in Deutschland sind etwa 35.000 Menschen betroffen. die genauen Auslöser der unheilbaren Krankheit sind trotz intensiver Forschungen bis heute unbekannt.

Die auch als Schüttellähmung bekannte Krankheit beginnt bei den Betroffenen meistens zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr schleichend und schreitet zeitlebens langsam fort. Morbus Parkinson ist eine neurologische Erkrankung uns gekennzeichnet durch das langsame Absterben von Dopamin-produzierenden Nervenzellen in einem bestimmten Teil des Gehirns.

Symptome

Die äußerst komplexe Erkrankung ist gekennzeichnet durch das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Hauptsymptome die als Kardinalsymptome bezeichnet werden. Als feste Definition gilt immer eine Einschränkung der Bewegungsunfähigkeit in Verbindung mit dem gleichzeitigen Auftreten von mindestens einem der folgenden Symptome:

  • Rigor (Muskelsteifheit)
  • Trmor (Zittern, Schütteln)
  • Posturale Instababilität (verminderte Aufrecherhaltung des Körpers)

Neben den Kardinalsymptomen können weitere Begleitsymptome auftreten, unter anderem:

  • Verminderung des Geruchssinnes
  • Missempfindungen
  • Schmerzen, besonders an Gelenken und Muskeln
  • Blasenstörungen
  • Verdauungsstörungen, Verstopfungen
  • Sexuelle Störungen
  • Depressionen, psychische veränderungen
  • Sinnestäuschungen, Halluzinationen
  • Schlafstörungen

Ursachen

Obwohl seit Jahrzehnten weltweit viele Wissenschaftler das Krankheitsbild erforschen, konnte bis heute keine eindeutige Ursache für die Erkrankung identifiziert werden. Man weiß zwar mittlerweile relativ genau, welche Mechanismen bei Morbus Parkinson eine Rolle spielen (Störung des Dopaminsystems), konnte jedoch bislang keine genauen Auslöser feststellen. Die Krankheit ist nur in sehr wenigen Fällen erblich.

Therapie

Die wohl schlimmste Nachricht ist für Betroffene immer gleich. Morbus Parkinson ist nach derzeitigen Erkenntnissen nich heilbar. Das Ziel aller Therapieansätze – ganz gleich ob medikamentös, chirurgisch oder alternativmedizinisch – ist es daher, die Symptome zu linden und somit die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behanslung erfolgt heut evorwiegend durch die Gabe von Medikamenten , welche den Dopaminspiegel im Gehirn erhöhen. Als wichtigsten Wirkstoff gilt hier L-Dopa (Levodopa). Da nach mehrjähriger Einnahme von L-Dopa verstärkt Nebenwirkungen wie unwillkürliche Bewegungen (Dyskenesen) auftreten können, empfiehlt man besonders, bei jüngeren Patienten die Gabe von Präparaten, welche die Wirkung von Dopamin nachahmen (Dopaminagonisten) oder den Abbau des Nervenbotenstoffes verlangsamen (MAO-Hemmer).

Tiefe Hirnstimulation

Seit Anfang der 1990er Jahre kann bei Patienten riefe Hirnstimulation angewendet werden. Bei diesem neurochirurgischen Verfahren wird ein Impulsgeneration („Hirnschrittmacher“) in das Gehirn eingesetzt. Durch das Gerät werden bestimmte Hirnbereiche mittels elektr ischer Impulse stimuliert, wodurch sogenannte Fehlimpulse unterdrückt werden. Eine Operation am Gehirn ist immer mit Risiken verbunden und daher wird tiefe Hirnstimulation nur angewendet, wenn andere Therapiemöglichkeiten ihre Grenzen erreicht haben oder nichtdurchgeführt werden können . In jüngerer Zeit wurde jedoch erstmals von Nebenwirkungen nach der Anwendung tiefer Hirnstimulation berichtet.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Etwa 40 – 60% der Patienten nehmen meist zusätzlich zur medikamentösen Therapie alternativmedizinische Therapien in Anspruch. Dabei werden Entspannungs-, Meditations-, Atem- und Bewegungsübungen sowie Massagen und Akupunktur häufig angewendet.

Akupunktur

Die Akupunktur ist eines der ältesten Heilverfahren der Menschheitsgeschichte. Sie wurde bereits vor mehr als 4000 Jahren in China angewender. Wir wissen heute dass akupunktur eine Reflextherapie ist, die über bestimmte Akupunkturpunkte Störungen oder Symptome an den zugehörigen Organen beeinflussen kann.

Akupunktur bei Parkinson

Patienten und Akupunkteure berichteten bereits seit langer Zeit über die Behandlung von Parkinson mit klassischer Akupunktur. Neue klinische Studien zeigen, dass Akupunkturbehandlungen bei Parkinson tatsächlich sinnvoll und besonders bei frühzeitiger Anwendung hilfreich sein können.

Ohrakupunktur

In den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte der französische Arzt Dr. Paul Nogier, dass sich in der Ohrmuschel Akupunkturpunkte befinden, die mit dem gesamten Organismus in Verbindung stehen. Er entwickelte die Ohrakupunktur, die er Aurikulotherapie nannte. Zunächst behandelte Dr. Nogier mit herkömmlichen Akupunkturnadeln. Da sich herausstellte, dass bei chronischen Erkrankungen ein längerer Reiz notwendig ist, entwickelte man in den 1970er Jahren die sogenannten Dauernadeln. Die Dauernadeln verbleiben 1 – 2 Wochen und werden mit einem Pflaster abgedeckt.

Akupunkturpunkte am Ohr

Implantat-Akupunktur

Die moderne Implantat-Akupunktur ist eine Form der Ohrakupunktur. Anstatt der kurzfristigen Anwendung von klassischen Akupunkturnadeln oder Dauernadeln werden winzige Implantatnadeln an den bekannten Reflexpunkten gesetzt. Die Nadel wächst nach 1-2 Tagen völlig unsichtbar in die Ohrmuschel ein und muss nicht wieder entfernt werden. Dadurch sollen die Reflexpunkte permanent stimuliert werden. Die verwendeten Akupunktur-Implantate haben in etwa die Größe einer Stecknadelspitze. Sie bestehen aus medizinischem Reintitan und sind hochverträglich. Als Alternative zu Dauerimplantaten aus Titan können Templantate eingesetzt werden. Diese Nadeln bestehen aus einem synthetischen organischen Material auf Glucose-Milchsäurebasis und sind auflösbar.

Implantat-Akupunktur bei Morbus Parkinson

Beeits im Jahr 2002 wurde bei Parkinsonpatienten nach der Behandlung mit Implantat-Akupunktur eine aufgeschlüsselte Analyse (UPDRS) durchgeführt. In einer Beobachtungsphase von 5 – 25 Wochen zeigten viele Patienten nach der Implantation eine Verbesserung der Lebensqualität (Meikamentenreduktion, Beweglichkeit, Allgemeinbefinden, Stimmungslage, Tremor, Stuhlgang). Mindestens 4 der 6 befragten Symptome wurden als gebessert eingeschätzt. Neueste Anwendungsbeobachtungen und Studien zu vergleichbaren Ergebnissen. Eine sozioökonomische Studie der Ruhr-Universität Bochum (2009) zeigte beispielsweise, dass oft Medikamente reduziert und daher auch die Behandlungskosten gesenkt weden können.

Setzen eines Implantates